Headerbild – Digitale Marketing-Trends – was 2021 maßgebend sein wird

DIESE 7 DIGITAL-MARKETING-TRENDS SETZEN SICH DURCH

2020 hat bereits viele große Veränderungen gebracht – vor allem Lockdowns in der Corona-Krise haben bestehende Digital-Marketing-Trends noch verstärkt. Was das für die nahe Zukunft in der Kundengewinnung über Online-Kanäle bedeutet, lesen Sie hier.

Spoiler: Vorab haben wir die Top-Online-Marketing-Trends für 2021 als Liste – klicken Sie auf den jeweiligen Listenpunkt, um zum zugehörigen Absatz zu springen:

Die wichtigsten Digital-Marketing-Trends 2021

Und warum sie sich durchsetzen

Das Wachstum gerade der digitalen Marketing-Branche ist atemberaubend und seit Jahren ungebrochen. In verschiedenen Studien wird immer wieder belegt, wie effektiv einzelne Maßnahmen hierbei sein können. Dank des schnellen Informationsflusses durch das Internet dauert es heutzutage nur noch wenige Monate – wenn überhaupt – bis ein Trend sich global durchgesetzt hat.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen die wichtigsten Digital-Marketing-Trends vor, die sich auch in 2021 noch verstärken werden, belegen diese mit Zahlen und geben Ihnen Rat, welche Trends für welche Branchen besonders relevant sind.

1. Digital-Marketing-Trend: Shoppable Posts auf Instagram

Symbolbild zum Digital Marketing Trend: Shoppable Posts auf Instagram
Einer der wichtigsten Trends im E-Commerce: die neue Shopping-Funktion auf Instagram

Im Jahre 2017 wurden die ersten Shoppable Posts in der US-Version von Instagram veröffentlicht – hierbei können Unternehmen, die Bilder in dem sozialen Netzwerk posten, diese mit Tags versehen: gezielt platzierte Popups, die über Produkte informieren, die in dem jeweils geposteten Bild zu sehen sind, den jeweiligen Produktpreis anzeigen und über die die Nutzer anschließend auch zum Shop gelangen können. Im März 2018 dann wurde diese Funktion global zur Verfügung gestellt.

Seitdem können Unternehmen ihre Instagram-Accounts selbst zu Shops machen. Produkte können gut sichtbar platziert werden, einzeln oder mehrere zugleich pro Bild, und Follower werden schneller über neue Produkte informiert. Nach nur kurzer Entwicklungszeit wurde dann im März 2019 eine Checkout-Funktion innerhalb von Instagram zur Verfügung gestellt. Nutzer können jetzt direkt auf der Social-Media-Plattform einkaufen, müssen diese also gar nicht mehr verlassen. Welchen Einfluss wird dieser Digital-Marketing-Trend auf Online-Shops haben?

 

Deshalb wird es mehr Shoppable Posts geben

Instagram ist eines der größten sozialen Netzwerke weltweit – entsprechend groß ist hier die Reichweite für viele Unternehmen, gerade im B2C-Markt. Es gibt 1 Milliarde Nutzer, von denen rund die Hälfte täglich auf der Plattform aktiv ist (Statista). Und es kommt noch besser: 90 % der User folgen mindestens einem Unternehmen (laut dem Unternehmen selbst). Unzählige Nutzer haben in diesem Netzwerk neue Produkte entdeckt, die sie vorher noch nicht kannten, und die mobilen Einkäufe nehmen beständig zu – was sich seit Corona noch verstärkt haben dürfte.

 

90 % der Instagram-Nutzer folgen mindestens einem Unternehmen

 

Man muss also kein Orakel sein, um vorherzusehen, dass es in Zukunft immer mehr Shoppable Posts geben wird. Hinzu kommt: ein Aufpreis wird für diese Art Posts nicht berechnet.

Gerade für B2C-Unternehmen bieten Shoppable Posts eine günstige Möglichkeit, den Absatz massiv zu verstärken.

Nutzer sehen ein Produkt, das ihnen gefällt, in einer Umgebung, in der sie sich in ihrer Freizeit viel bewegen. Sie bekommen Einblicke in Unternehmen, die ihnen durch gekonntes visuelles Marketing ans Herz wachsen – das sich ergebende Potenzial an Conversions ist geradezu schwindelerregend. Klassische Online-Shops werden unserer Meinung nach aber erhalten bleiben: nicht jede Zielgruppe bewegt sich auf Instagram, nicht jede Leistung ist dort darstellbar – man denke nur an digitale Buchhaltungs-Lösungen.

 

Sollte ich Shoppable Posts nutzen?

Sie sind noch nicht bei Instagram angemeldet? Das 20. Jahrhundert hat gerade angerufen und fragt, wann Sie nach Hause kommen. Aber mal ernsthaft: sofern Sie Endkunden bedienen und Ihre Zielgruppe sich auf Instagram bewegt, gibt es kaum plausible Gründe, die dagegen sprächen, Shoppable Posts zu nutzen. Im schlimmsten Fall passiert nichts – dann können Sie die Funktion auch wieder abschalten. Im besten Fall gehen Ihre Verkäufe durch die Decke.

Es ist relativ einfach, Shoppable Posts auf Instagram einzusetzen.

Grundvoraussetzung ist zunächst ein Instagram Business Account. Dies ermöglicht darüber hinaus auch Werbeanzeigen auf der Plattform.  Instagram gehört zu Facebook, daher muss man erst auf Facebook eine Business Page besitzen – diese verknüpft man dann einfach über Einstellungen -> Instagram mit dem Instagram-Account des eigenen Unternehmens.

Im nächsten Schritt müssen Sie – nein, nicht in Instagram, sondern – in Facebook einen Produktkatalog erstellen und dabei das Shopping Facebook Seitentemplate verwenden (zu finden unter: Einstellungen -> Seite bearbeiten -> Templates). Dann können Sie Produkte hinzufügen und mit allen nötigen Informationen, Links und Bildern versehen. Die Produkte werden dann auch auf Instagram veröffentlicht.

Shoppable Posts können sich vor allem dann lohnen, wenn

  • Ihre Zielgruppe sich in großen Teilen auf Instagram bewegt
  • Sie Ihre Produkte gut auf Bildern und in entsprechender Qualität darstellen können
  • Die beiden obigen Bedingungen zutreffen, sie aber über keinen eigenen Shop verfügen
Neu bei Instagram?

 

Wir helfen Ihnen bei dem Aufbau Ihrer Online-Marketing-Strategie für Instagram – und zeigen Ihnen, wie Sie mit Shoppable Posts loslegen können.

2. Digital-Marketing-Trend: SEO-Taktiken für die Sprachsuche

Symbolbild zum Digital Marketing Trend: Google Sprachsuche
Die Sprachsuche wird künftig mehr genutzt werden – Zeit, entsprechend zu optimieren

Die Sprachsuche, auch „Voice Search“, wird schon seit mehreren Jahren als die Zukunft der Internet-Suche propagiert. Bisher ist sie für Suchanfragen nicht die Regel, ABER: allmählich wird sie immer häufiger genutzt. Eine Studie zu Sprachsuchen von PricewaterhouseCoopers (PwC) aus dem Jahre 2018 hat aufgezeigt, dass knapp zwei Drittel aller Smartphone-Nutzer mindestens einmal am Tag eine Sprachsuche tätigen – wenn auch vorwiegend nur in den eigenen vier Wänden.

Vor allem die steigende Tendenz dahinter sollte Unternehmen aufmerksam machen: da Sprachbefehle immer besser erkannt werden können (was digitale Sprachassistenten wie Alexa oder Siri zeigen), könnte die Voice Search zukünftig zu einer neuen Norm werden – entsprechend sollten Websites hierfür optimiert sein. Denn anders als bei geschriebenen Suchanfragen werden bei der Sprachsuche öfter ganze Sätze „eingegeben“. Je besser eine Website auf solch ausführliche Suchanfragen antworten kann, desto eher wird sie die Voice-Search-Nutzer abholen können.

 

Wo Sprachsuchen sich weiter durchsetzen werden

Mit Voice Search werden meist noch Kochrezepte, Adressen, Öffnungszeiten oder das Wetter angefragt – anhand gut gepflegter, strukturierter Daten kann Google hier schon länger gute Ergebnisse liefern. Aber seit ein paar Jahren werden auch immer bessere Antworten auf komplexere Fragen direkt in der Suchmaschine gegeben, sofern entsprechende Inhalte zu finden sind. Die sogenannten Featured Snippets sind Suchergebnisse auf „Platz 0“, die bei den passenden Suchen über allen anderen Suchergebnissen angezeigt und bei mobilen Sprachsuchen sogar vorgelesen werden. Es handelt sich dabei um prägnante Antworten in kurzen Textpassagen, die Quelle wird direkt darunter genannt.

Zusammengefasst ist die Sprachsuche also bereits jetzt wichtig für:

  • Lokale Informationen wie Adresse & Öffnungszeiten oder das Wetter
  • Einfache Anleitungen
  • Die Beantwortung von Fragen

Wirklich interessant wird die Sprachsuche aber beim Shopping: entscheidend ist, ob die Technologie bei den Nutzern genug Vertrauen wecken kann, dass mehr Menschen ihre Einkäufe per Sprachbefehl tätigen. Bereits heute verwenden 16 Prozent der Deutschen Sprachtechnologie beim Onlineshopping. So kann beispielsweise beim Autofahren nebenbei eingekauft werden. Daher arbeiten viele Unternehmen daran, Ihre Website entsprechend fit zu machen, sodass ihre Kunden sicher und gezielt die gewünschten Produkte online beziehen können, ohne auch nur einmal eine Tastatur zu nutzen.

Bisher werden Käufe per Sprachbefehl meist über Geräte wie Amazon Echo getätigt – entwickelt sich die Technologie aber weiter und schafft mehr Vertrauen, könnten hierfür bald auch mehr Smartphones genutzt werden

Immerhin 41 % der Deutschen interessieren sich dafür, Voice Search in ihren Suchen zu nutzen, 21 % tun es schon (bitkom-research.de) – das ist bereits eine starke Steigerung gegenüber den Vorjahren, Tendenz: weiter steigend.

 

41 % der Deutschen möchten Voice Search künftig bei ihren Web-Suchen nutzen

 

 

Sollte ich meine Website für Sprachsuchen optimieren?

Die einfache Antwort: ja. In welchem Ausmaß allerdings – das hängt davon ab, was Sie anbieten und wie sich Ihre Zielgruppe im Netz bewegt. In jedem Fall kann es Ihrem Website-Ranking und Ihren Besucherzahlen nur helfen, wenn Sie für Featured Snippets optimieren, das heißt:

  • Informationen übersichtlich und in kurzen Abschnitten unter prägnanten Headlines aufarbeiten
  • Einen Bereich mit W-Fragen (Wie, Wo, Wer, Was, Wann, Warum etc.) schaffen, gegebenenfalls in einem eigenen FAQ-Bereich
  • Den Page Speed (Seitenladezeit) optimieren – langsame Webseiten werden im Wettbewerb nicht mehr bestehen können
  • Generell auf eine gute mobile Nutzbarkeit der Website achten – und sicherstellen, dass alles korrekt indexiert wird
  • Per schema.org-Markup definieren lassen, was auf der Website vorgelesen werden soll – auch dies kann die Chance auf ein Featured Snippet erhöhen.

Anders als bei bisheriger SEO ist bei der Optimierung für Sprachsuchen der Sprachfluss auf einer Seite wichtiger – unter Einbezug von Überschriften und Aufzählungen. Stellen Sie sich einfach vor, jemand würde Ihre Website vorlesen. Wenn dabei alle Texte inklusive Überschriften stimmig klingen und kein Ohrenbluten erzeugen, haben Sie alles richtiggemacht.

Vor allem aber sollten Sie auch lokale Suchanfragen beantworten.

Wie oben gesagt, fragen lokale Suchanfragen meist nach Adresse und Öffnungszeiten, hinzu kommen Kontaktdaten. Hier genügt es schon, den eigenen Eintrag in Google My Business zu pflegen, durch Einträge in weiteren seriösen Branchenbüchern wie Yelp oder GoYellow können Sie noch mehr Informationen anbieten und die Relevanz verstärken. Sollten Sie auf Ihrer Website standortspezifische Seiten anbieten, verlinken Sie diese intern am besten mit Linktexten, die auf „in meiner Nähe“ enden.

Komplizierter sieht die Sache beim Shopping aus: hier sollten Händler, die keine eigenen Sprachassistenten anbieten können, sich auf die Bestellwiederholungen per Spracheingabe beschränken. Es ist unwahrscheinlich, dass der Digital-Marketing-Trend Voice Search in naher Zukunft auch den E-Commerce-Markt bestimmen wird. Allerdings haben wir einen Tipp, wie man über den Umweg eines Featured Snippets dennoch auf gesprochene Produktanfragen antworten kann:

Verfassen Sie Informationen über Produkte, wie Preise, Angebote und Verfügbarkeiten einfach in einem kurzen Text unter einer H2-Überschrift. Mit etwas Glück werden diese dann als Featured Snippet vorgelesen.

Die Optimierungen für die mobile Sprachsuche sollte Hand in Hand gehen mit Ihren bisherigen SEO-Maßnahmen. Sehen Sie sie am besten als Teil einer ganzheitlichen SEO-Strategie, die idealerweise alle Such-Kanäle berücksichtigt.

Brauchen Sie Hilfe bei Ihrer Suchmaschinenoptimierung?

 

Gerne bieten wir Ihnen unsere Hilfe im Rahmen einer professionellen Beratung zur Optimierung Ihrer Website für Suchmaschinen an.

3. Digital-Marketing-Trend: TikTok & das Prinzip der Kurzvideos

Symbolbild zum Digital Marketing Trend: TikTok
Kurzvideos wie auf TikTok sind beliebt und könnten sich auf vielen Plattformen durchsetzen

Rasant wie selten eine Plattform hat TikTok sich verbreitet – erst unter jüngeren Nutzern im Teenager-Alter, dann auch unter älteren. Das Prinzip unterhaltsamer Kurzvideos besticht dadurch, dass man nur eben schnell noch dieses Video schaut… und dann noch eins… und dann noch eins. „Die 30 Sekunden habe ich noch“, denkt man sich. Und schon hat man wieder eine Stunde mit Videoschauen verbracht.

TikTok macht es seinen Nutzern sehr einfach, kurze Video-Schnipsel zu erstellen: entsprechende Tools zum Schneiden und Vertonen werden In-App zur Verfügung gestellt.

Zugleich kommt TikTok größtenteils ohne jeden Text aus, Videos stehen schon beim Öffnen der App im Vordergrund, die Bedienung erfolgt einfach über Zur-Seite-Wischen und weitere Navigationselemente werden einfach über das Video gelegt. Die Algorithmen, welche neue Videos vorschlagen, funktionieren vor allem regional und bevorzugen keine großen Marken, sondern geben im Grunde jedem eine Chance. Auch deshalb wird die Plattform bisher sehr viel von jungen Amateuren und weniger von großen Stars oder Marken genutzt.

Nur maximal 60 Sekunden dauert jedes Video, was scheinbar ein Erfolgsrezept in unserer schnelllebigen Zeit darstellt. Das Prinzip kurzer, einfach zu erstellender Videos könnte zukünftig auch auf anderen Social-Media-Plattformen übernommen werden.

 

Warum Kurzvideos wie auf TikTok sich weiter verbreiten werden

TikTok mag bisher für Werbetreibende weniger attraktiv erscheinen, aufgrund einer bisher sehr jungen Nutzergruppe und der Video-lastigkeit (geschriebene Texte sind kaum relevant) verbunden mit Algorithmen, die es Unternehmen schwermachen, Content mit guter Reichweite auf der Plattform zu platzieren.

Dennoch versuchen einige Unternehmen, mit Werbung und eigenen Kurzvideos auf TikTok dem Zeitgeist mit passenden Inhalten zu begegnen.

Schnell noch das nächste Video zu schauen ist das Suchtmittel der Generation Z. Von den inzwischen etwa 800 Millionen TikTok-Nutzern weltweit konsumieren 90 % täglich Video-Inhalte in der App (Quelle) – TikTok ist in nur 2 Jahren zu einer der 10 größten Social Media Plattformen geworden. Dieser Erfolg lässt sich nicht ignorieren, daher hat beispielsweise Instagram nicht lange auf sich warten lassen: mit „Reels“ hat die Facebook-Tochter kürzlich ebenfalls eine Kurzvideo-Funktion veröffentlicht, die TikTok zum Verwechseln ähnlich ist (Instagram-Announcement). Auch YouTube hat bereits eine Kurzvideo-Funktion eingebaut, andere Plattformen dürften bald folgen.

 

90 % der TikTok-User benutzen die App täglich

 

Während noch abzuwarten ist, wie erfolgreich andere Netzwerke mit dem Digital-Marketing-Trend Kurzvideos sein werden, wagen sich erste Unternehmen mit eigenem Content auf TikTok vor. Beispielsweise konnte H&M mit seiner TikTok-Challenge „#HMGetTheLook“ in kurzer Zeit hohe Reichweite erlangen, indem es Nutzer erfolgreich dazu aufrief, drei verschiedene H&M-Outfits einer bestimmten Kollektion zu präsentieren – ein erfolgreiches Ansprechen des Selbstdarstellungswunsches vieler junger Menschen.

 

TikTok und Kurzvideos als Marketing-Mittel

Die Nutzer auf TikTok sind bisher noch überwiegend zwischen 13 und 24 Jahren alt (69 % der aktiven User) – 16 % sind 25-34 Jahre alt, nur 15 % sind älter als 35 Jahre (AdAge-Statistik). Geeignet ist die Plattform also am ehesten für B2C-Unternehmen mit einer entsprechend jungen Zielgruppe, aber denkbar ist auch, dass manche Firmen hierüber ihre zukünftigen Nachwuchskräfte rekrutieren könnten.

Sofern man keine Datenschutz-Bedenken hat (es handelt sich immerhin um einen Anbieter aus China, wo es mit Datenschutz bekanntermaßen nicht weit her ist) bieten sich 3 Möglichkeiten, auf der Plattform Marketing zu betreiben:

  1. Einen eigenen Kanal erstellen und Kurzvideos veröffentlichen
  2. Kooperation mit TikTok-Influencern eingehen
  3. TikTok-Ads schalten

Bedenken sollte man aber auch, dass es sich quasi um Real-Time-Marketing handelt – die Schnelllebigkeit der Plattform lässt kaum Entscheidungszeiträume zu, im Zweifel sollte man blitzschnell reagieren können. In jedem Fall sollte man den Kurzvideo-Trend in 2021 im Auge behalten – gegebenenfalls kann man diesen in anderen sozialen Netzwerken für sich nutzen, siehe Instagram Reels oder auch die neue YouTube-Funktion „kurze Videos“.

4. Digital-Marketing-Trend: Facebook Shops

Symbolbild zum Digital Marketing Trend: Facebook Shops
Facebook Shops könnten manche Online-Shops überflüssig machen und mit Amazon konkurrieren

Dieser Digital-Marketing-Trend kommt quasi im Schlepptau der Shoppable Posts von Instagram und stellt einen äußerst vorhersehbaren Schritt dar: auch auf Facebook wird es künftig möglich sein, direkt auf der Plattform Waren einzukaufen. Noch ist diese Funktion für Deutschland nicht komplett freigegeben, aber es dürfte nur noch eine Frage von Monaten sein, bis auch deutsche Unternehmen Ihre Produkte einer (laut Post von Mark Zuckerberg vom 24.04.2019) 2,7 Milliarden Menschen starken aktiven Nutzergemeinschaft auf Facebook wird anbieten können.

Im englischen Sprachraum, vor allem in den USA, ist diese Funktion als Facebook Store schon bekannt: Online-Shop-Anbieter wie Shopify oder WooCommerce haben bereits Kooperationen mit Facebook geschlossen, bei der Nutzer über das Soziale Netzwerk einkaufen können und erst bei der Zahlungsabwicklung im eigentlichen Online-Shop landen.

Es gibt auch bereits ein neues Buzzword für das Phänomen: „Social Commerce“.

„Man soll die Kunden dort ansprechen, wo sie sich aufhalten“, sagt beispielsweise Shopify selbst in einem eigenen Artikel zu diesem Thema – die Shop-Anbieter haben sich also mit dieser neuen Entwicklung schnell arrangiert und statt zu konkurrieren, arbeitet man zusammen. Fraglich ist, ob das bei allen so funktionieren wird.

 

Facebook Shops - eine Konkurrenz für Amazon?

Obwohl die Funktion noch gar nicht global verfügbar ist, wird schon diskutiert, ob Facebook Shops eine ernsthafte Konkurrenz für Amazon darstellen könnte, den bisher größten Online-Händler. Einen wichtigen Wettbewerbsvorteil kann Facebook für sich in jedem Falle verbuchen: die Daten von Milliarden von Nutzern – nicht nur zu ihrem Einkaufsverhalten, sondern auch zu ihren privaten Interessen und Interaktionen. Dies bietet das immense Potenzial, die passenden Waren zur passenden Zeit anbieten zu können, ganz nebenbei während der täglichen Interaktionen auf der Social Media Plattform.

Es gibt neue Möglichkeiten, wie Waren angeboten werden – ob auf der eigenen Facebook Shop Seite, auf geposteten Bildern oder auch in (Live) Videos

Zum einen wird es auf einer Facebook Business Page einen eigenen „Shop“-Bereich geben, der wie ein normaler Online-Shop aufgebaut sein soll. Zugleich aber wird es möglich sein, Produkte in Fotos oder Videos zu taggen – auch in Live Video Streams, was dann als sogenanntes „Live Shopping“ bezeichnet wird. Eine ganz neue Art, einen bisher analogen Verkaufsvorgang zu digitalisieren. Und das direkt dort, wo sich ein Großteil der Kunden während der Customer Journey häufig tummelt: vor allem Käufer von Haushaltsartikeln (59 %) und Medien & Unterhaltung (63 %) nutzen Facebook für Kaufaktivitäten (Facebook-Bericht).

 

63 % der Käufer von Medien & Unterhaltung nutzen Facebook für Kaufaktivitäten

 

Wann und wie genau Facebook Shops für alle Unternehmen verfügbar sein wird und ob der Konzern aufgrund seiner Marktmacht mit rechtlichen Hürden wird kämpfen müssen, können wir noch nicht voraussagen. Sicher ist aber, dass gerade für kleinere Händler ohne eigenen Shop ein großes Potenzial besteht, wie auch schon bei den zuvor genannten Shoppable Posts auf Instagram. Zu erwarten ist auch, dass die beiden Shop-Funktionen später synchron laufen könnten, da Instagram schließlich Teil der Facebook-Gruppe ist.

 

Sollte ich einen Facebook Shop aufbauen?

Sofern Sie bereits einen Business Account bei Facebook und eine gewisse Anzahl an Followern haben und darüber hinaus nicht über einen eigenen Online Shop verfügen, kann man diese Frage durchaus bejahen. Wichtig ist auch, dass Sie nur physische Produkte anbieten – Dienstleister und Software-Hersteller sind also zunächst ausgeschlossen. Ein großer Pluspunkt ist, dass Facebook Shops kostenlos zur Verfügung gestellt werden, Investitionen in ein Shopsystem könnten für einige Verkäufer also zukünftig komplett entfallen.

Die Corona-Krise wirkt darüber hinaus für das Online-Shopping als starker Beschleuniger.

Auch unabhängig von Facebook Shops ist Online-Shopping auf dem Vormarsch. Bereits vor Corona verlagerten sich analoge Geschäfte immer mehr in den Online-Bereich, ein Trend, der sich im Rahmen jüngster Ereignisse rapide beschleunigt hat. Schon vor der Krise fanden 37 % der Käufer von Medien & Unterhaltung neue Produkte in der Facebook-Familie – gegenüber nur 15 %, die solche Produkte auf Händler-Webseiten entdecken (Facebook-Studie aus 2018). Ein Facebook Shop könnte sich also für manche Warenanbieter als sehr gewinnbringend erweisen. Unser Tipp zu diesem Digital-Marketing-Trend: prüfen Sie schon mal, inwieweit sich Ihre Zielgruppe auf Facebook bewegt und wie Sie diese gegebenenfalls ansprechen können.

Möchten Sie zu den ersten mit einem Facebook Shop gehören?

 

Wir helfen Ihnen bei dem Aufbau Ihres Facebook Shops und begleiten Sie gern auch bei allen weiteren Marketing-Maßnahmen auf der Plattform.

5. Digital-Marketing-Trend: Smart Bidding in Google Ads

Google Ads Dashboard – verbesserte Leistung durch Smart Bidding
Smart Bidding soll Google Ads Anzeigen automatisch für mehr Klicks etc. optimieren

Smart Bidding in Google Ads nutzt maschinelles Lernen, um die Conversion Rate zu steigern, das heißt, um mehr Nutzer auf einen Klick auf die Anzeige zu animieren. Dazu nutzt Google das historische Suchverhalten von Nutzern und kontextbezogene Informationen (wie Standort, Zeit, verwendetes Gerät und andere) – dadurch soll die Wahrscheinlichkeit für eine Conversion vorausberechnet werden. Deuten die gesammelten Daten auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, wird das Gebot in Google Ads auf die Platzierung der Anzeige automatisch erhöht.

Es lassen sich dabei 6 verschiedene Smart-Bidding-Strategien einsetzen, je nach Conversion-Ziel:

  • Conversion-Maximierung: diese Strategie soll einfach die höchstmögliche Anzahl an Conversions im Rahmen des gesetzten Budgets erreichen – durch Anpassung der Gebote
  • Ziel-ROAS: hier soll ein bestimmter „Return On Ad Spend“ (ROAS)-Wert, also eine bestimmte Conversion Rate in Relation zu Ads-Ausgaben, erreicht werden – ebenfalls durch Gebots-Anpassung im Rahmen des gesetzten Budgets
  • Ziel-CPA: hier sollen die Kosten je Aktion, also der „Cost per Action“ (CPA) auf einem bestimmten Wert gehalten werden – die Maschine versucht also, zu einem bestimmten Preis pro Anzeige so viele Conversions wie möglich zu erzielen
  • Sichtbarkeit erhöhen (Impression-Share-Maximierung): diese Strategie verfolgt das Ziel, dass die eigenen Anzeigen so oft wie möglich ganz oben auf der Seite platziert werden – entsprechend hoch werden die Gebote gesetzt
  • CPC-Optimierung: durch die Optimierung des „Cost per Click“ (CPC), den Kosten also je angeklickter Anzeige, soll hier der Conversion-Wert maximiert werden – also möglichst viele Conversions in Relation zu den Ausgaben
  • Mehr Website-Zugriffe: Diese Smart-Bidding-Strategie soll die Klicks auf die Anzeigen maximieren – die Gebote werden automatisch so festgelegt, dass im Rahmen des Budgets möglichst viele Klicks generiert werden

Diese potenziell sehr mächtigen Optimierungs-Strategien können durch Smart Bidding also nun automatisiert vorgenommen werden. Das sollte man im Einzelfall aber näher betrachten.

 

Deshalb wird sich Smart Bidding durchsetzen – aber noch nicht überall

Zunächst einmal hat Smart Bidding klare Vorteile: das Kampagnenmanagement kann stark reduziert, möglicherweise nach der initialen Einstellung ganz weggelassen werden. Das spart viel Zeit. Hiervon profitieren vor allem kleinere Unternehmen, die weder Zeit noch Ressourcen noch ausreichend Kenntnisse haben, um selbst optimierte Google Ads Kampagnen aufzulegen.

Doch: es handelt sich um eine Maschine, die das jeweilige Unternehmen, das sie einsetzt, weder kennen noch verstehen kann. Die Datengrundlage, die als Basis für die automatisierten Ads-Strategien genutzt wird, ist nicht ersichtlich oder kontrollierbar und daher besteht die Gefahr, dass die Zielgruppe nicht korrekt erfasst und angesprochen wird. Zudem lassen sich Kampagnen hinsichtlich des Budgets und der Ziele bisher in der manuellen Variante genauer steuern. Google selbst hat allerdings verkündet, dass durch Smart Bidding der Return on Ad Spend (ROAS) um bisher durchschnittlich 35 % gesteigert werden konnte (Smart-Bidding-Sheet).

 

35 % durchschnittliche Steigerung im ROAS-Wert sieht Google durch Smart Bidding

 

Je mehr aber die Maschine, die hinter Smart Bidding steht, lernt, desto genauer werden die Anzeigen. Menschen mögen als Kontrolleure weiterhin im Einsatz bleiben, doch immer mehr Tätigkeiten in der Google-Ads-Kampagnenoptimierung werden zukünftig maschinell ausgeführt werden.

 

Sollte ich Smart Bidding nutzen?

Diese Frage hängt zurzeit in erster Linie davon ab, ob sie personelle bzw. zeitliche Ressourcen in Google Ads investieren können. Kleine Unternehmen können das oft nicht – für diese lohnt sich Smart Bidding durchaus, denn sie können ihre Kampagnen einfach einmal einstellen und dann simpel laufen lassen, die Maschine übernimmt währenddessen alle Optimierungen. Sie brauchen nicht einmal technische Kenntnisse. Gerade für Handwerker oder lokale Einzelhändler kann daher Smart Bidding eine wertvolle Erleichterung im Online Marketing bedeuten.

Unser Tipp: verknüpfen Sie für ein regionales Marketing unbedingt Ihren Google My Business Account mit Ihrem Google Ads Account!

Smart Bidding  ist vor allem bei bestimmten Kampagnenzielen eine gute Wahl:

  • Ziel: Brand Awareness
    Durch mehr Anzeigen-Impressionen können eigene Marken und Produkte schnell sichtbarer werden und mehr Bekanntheit erlangen
  • Ziel: Mehr Website-Besucher
    Es können schnell mehr Besucher aus Google auf die Website geholt werden, auch wenn diese selbst noch keine guten organischen Rankings hat
  • Ziel: Conversion-Optimierung
    Die Gebote innerhalb der Google-Ads-Kampagne passen sich automatisch ohne eigenes Zutun an – so wird die Effizienz der Kampagne erhöht

Noch ist der Nutzen dieses Tools allerdings begrenzt: eine maximale Kampagneneffektivität lässt sich vorerst weiterhin nur per Optimierung durch einen menschlichen Experten erlangen. Größere Unternehmen mit den entsprechenden Ressourcen sollten also weiterhin auf eigene Google-Ads-Spezialisten setzen oder entsprechende Agenturen beauftragen. Für kleine Unternehmen ist es aber „gut genug“ und es besteht kaum Zweifel daran, dass Google diese Funktion – auch im eigenen Interesse, um mehr Kunden für Google Ads zu gewinnen – ausbauen wird. Dadurch hat Smart Bidding auf jedem Fall großes Potenzial, zu einem der allerwichtigsten Top Digital-Marketing-Trends in 2021 zu werden.

Sie haben noch nie eine Google Ads Kampagne erstellt?

 

Die Erstellung und Optimierung von Google Ads Kampagnen gehört zu unserem Kerngeschäft – auch zu Smart Bidding beraten wir Sie gerne ausführlich.

6. Digital-Marketing-Trend: Chatbots

Digital Marketing Trend: Automatische Chatbot-Nachrichten auf einer Website
Chatbots sollen Kunden und auch Mitarbeitern bei einfachen Anfragen helfen können

Haben Sie schon einmal eine Seite besucht und kurz darauf poppte unten rechts ein kleines Chat-Fenster auf, in welchem ein freundlicher Ansprechpartner Sie mit Worten wie „Hallo! Wie kann ich Ihnen helfen?“ begrüßte? Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelte es sich dabei um einen sogenannten Chatbot. Chatbots sollen einfache Antworten auf einfache Fragen, die Sie ins Chat-Fenster schreiben, geben können, scheitern aber oft schon bei leicht komplexeren Fragestellungen. Durch künstliche Intelligenz soll langfristig auch dies behoben werden: das Programm lernt fortlaufend durch die Interaktion mit echten Menschen und soll so mehr und mehr Fragen automatisiert beantworten können.

Ein Wettbewerb zu bisher Menschen vorbehaltenen Aufgaben wie Kundenberatung und –Support.

Auch in Social Media gibt es die digitalen Assistenten immer öfter: schon in 2018 waren auf Facebook über 300.000 Chatbots im Einsatz (Venture Beat). Sie bieten im Idealfall schnelle Infos in Echtzeit, die der Nutzer sonst auf der Website selbst suchen müsste, was die Frustrationstoleranz einiger potenzieller Kunden schon mal ausreizen kann. Man könnte auch sagen, ein Chatbot ist in dem Fall ähnlich einer internen Suchfunktion – nur schneller und komfortabler, zumindest, wenn er funktioniert und die passenden Antworten gibt.

 

Chatbots könnten bald zur Norm werden

Rund-um-die-Uhr-Service ohne Personalkosten: Experten rechneten 2017 (Invesp) mit einer Kostenreduktion im Support von bis zu 30 % durch die digitalen Assistenten. Und es kommt auch den Nutzern gelegen: eine Studie (Outgrow, 2016) ergab, dass 56 % lieber eine Nachricht schreiben würden als in der Telefonwarteschleife des Customer Service zu hängen. Jetzt noch wirken viele Bots etwas steif und unflexibel, die Vorhersage aber lautet: durch künstliche Intelligenz sollen die Chatverläufe einzigartiger und menschlicher werden, dadurch die Kundenerfahrung verbessern und die Kundenloyalität steigern.

 

30 % schätzen Experten die Höhe der Kostenreduktion durch Chatbots im Support-Bereich

 

Gerade für Shops könnten Chatbots langfristig zum Standard werden, mit Funktionen wie:

  • Empfehlung passender Produkte zur jeweiligen Kundenfrage
  • Automatisierung von Beratungs- und Verkaufsprozessen
  • Beantwortung von Support-Anfragen

Auch im Personalmanagement können Bots wichtige Standard-Prozesse übernehmen – beispielsweise könnten sie neue Angestellte mit den Unternehmensprozessen vertraut machen.

 

Macht ein Chatbot für meine Seite Sinn?

Die Entscheidung darüber, ob ein Chatbot-Programm für Ihre Seite Sinn macht, sollten Sie vor allem anhand von diesen vier Gesichtspunkten treffen:

  • Finden sich Nutzer auf Ihrer Website zurecht?
  • Gibt es viele Supportanfragen von Kunden?
  • Sind viele der Anfragen leicht zu klären?
  • Wie viel Personal steht für Kundensupport bereit?

Wenn Sie Ihre Antworten hierauf ungefähr „Nein.“, „Ja.“, „Ja.“ und „Nicht viele.“ Lauten, könnte ein Chatbot eine komfortable Lösung für Sie und Ihre Kunden sein. In jedem Fall sollten Sie bei jedem Software-Anbieter genau prüfen, wie gut der jeweilige Bot spezifische Fragen von Kunden beantworten kann – denn in dieser Technik gibt es oftmals sicher noch Optimierungsbedarf. Wir raten vor allem Besitzer von Shops und Hotels dazu, diesen Digital-Marketing-Trend unbedingt im Auge zu behalten: denn immerhin 33 % der User sagen von sich, dass sie die Bots zukünftig auch für Reservierungen oder Bestellungen nutzen würden (Drift, 2018). Wichtig ist dann nur, dass das auch richtig funktioniert.

Bis dahin sollten Sie zumindest über menschliche Ansprechpartner den Kontakt anbieten - das geht beispielsweise auch in Social Media.

7. Digital-Marketing-Trend: Augmented Reality

Augmented Reality beim Shopping: Schuhe aus Zeitschrift in 3D auf dem Tablet
Augmented Reality könnte das Online-Shopping v.a. bei Schuhen, Kleidung und Möbeln verändern

„Augmented Reality“ – das bedeutet so viel wie „erweiterte Realität“. Wer schon mal in der App Snapchat oder woanders beispielsweise einen Bart auf sein Gesicht hat projizieren lassen, hat bereits Bekanntschaft mit dem Digital-Marketing-Trend AR gemacht. Auch wenn das Prinzip erst dadurch weitere Bekanntheit erlangt hat: die Idee gibt es schon länger. Beispielsweise im Möbelhandel kann AR dazu genutzt werden, über die Smartphone-Kamera Möbelstücke virtuell im Raum zu platzieren, sodass sich Kunden im wörtlichen Sinne ein Bild davon machen können, wie sich das neue Stück in ihren vier Wänden machen würde.

Ist die Idee einer Virtual Reality damit vom Tisch?

Ja, schon – aber nur vorerst. Langfristig könnten die Virtual und Augmented Reality sich verbinden und quasi ein und dasselbe werden: durch immer kleinere und immer erschwinglichere VR-Geräte wie beispielsweise Smart Glasses könnte es eines Tages dazu kommen, dass eine virtuelle Welt der digitalen Welt quasi „übergestülpt“ wird. Einsatzgebiete fänden sich nicht nur im Marketing oder in der Welt der Spiele.

 

Darum ist Augmented Reality Teil der nahen Zukunft

Ein Forrester-Report aus den USA schätzt, dass bis 2025 ungefähr 14 Millionen Amerikaner regelmäßig Smart Glasses bei der Ausführung beruflicher Tätigkeiten benutzen werden. Vor allem Prozesse wie die Ausbildung oder situationsspezifische Hilfen aus Handbüchern sollen so beschleunigt werden, auch personelle Ressourcen könnten freiwerden. Dies allein dürfte der Technologie einen gewissen Schub geben, der auch im Marketing zu spüren sein wird.

Sollten sich Smart Glasses dann auch im privaten Bereich (doch noch) durchsetzen, könnten Marketing-Tools, die bisher nur auf bestimmten Plattformen zur Verfügung standen (wie beispielsweise Shoppable Posts) direkt ins Sichtfeld des Nutzers geholt werden – unterwegs, daheim oder auch auf der Arbeit. Ob das in der Form aber wirklich kommt, ist alles andere als sicher: die Google Glasses jedenfalls haben sich bisher nicht durchgesetzt.

Was aber wahrscheinlicher wird, ist die weitere Verbreitung von AR-Anwendungen auf Mobilgeräten – in lustigen Apps und auch zu Werbezwecken, vor allem bei Produkten wie Brillen oder Möbeln.

 

Ab wann lohnt es sich, Augmented Reality einzusetzen?

Laut eines BRP-Reports sagen 48 % der Konsumenten, dass sie eher von einem Händler kaufen würde, wenn dieser Augmented Reality für seine Produkte einsetzt. Dieser Wert dürfte in Zeiten von Covid-19, wo Abstands-Regeln gelten und sich der Trend des Online-Kaufs noch rasant verstärkt hat, noch steigen. In 2018 boten nur etwa 15 % der Händler AR-Erfahrungen an – allmählich dürfte auch dieser Wert höher liegen.

 

48 % der Konsumenten sagen, sie würden eher von einem Händler kaufen, der AR-Erfahrungen anbietet

 

Die Prognosen sehen laut Statista eine rosige Zukunft für Augmented Reality: für 2020 wird das Marktvolumen global auf knapp 19 Milliarden US-Doller geschätzt. Das ist fast eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr, mit weiter steigender Tendenz. Für Anwendungsmöglichkeiten wie

  • Projektion von digitaler Objekte auf Flächen – statisch wie auch mit Animation
  • Imitierung verschiedener Beleuchtungen real vorhandener Objekte

gibt es bereits zahlreiche Apps.  So kann man zum Beispiel mit der Spacecraft AR App der NASA den Mars-Roboter „Curiosity“ über die Smartphone-Kamera in sein Wohnzimmer projizieren – in tatsächlicher Größe.

Die Technologie für AR ist derweil bereits frei verfügbar.

Es ist glücklicherweise nicht mehr nötig, diese Technologie komplett selbst entwickeln zu lassen, denn seit 2017 bietet beispielsweise Apple das ARKit an, welches die Development Tools standardisiert und einer breiten Masse an Entwicklern zugänglich gemacht hat. Das ARKit ist derzeit führend, doch auch Google brachte im März 2018 ein Toolkit für die Entwicklung von Augmented-Reality-Anwendungen heraus, das ARCore.

Zurück zu Gretchenfrage: lohnt es sich? Wir würden sagen: ja, zumindest in bestimmten Bereichen. Für Möbelhäuser oder Online-Anbieter von Kleidung, von Brillen oder von Accessoires kann Augmented Reality sicher ein Verkaufs-Booster sein. Am besten in Verbindung mit Video-Marketing, um die eigene AR-Anwendung bekannter zu machen.

„Evergreen“ der digitalen Trends: Video-Marketing

Symbolbild zu Video-Marketing
Mit Video-Marketing lässt sich nach wie vor viel erreichen

Videos sind seit Jahren der Digital-Marketing-Trend schlechthin: sie haben sich zu einem integralen Bestandteil der Customer Journey entwickelt. Das ist auch nachvollziehbar – schließlich lässt sich mit bewegten Bildern vieles in kurzer Zeit sagen, was manchmal in 1000 Wörtern nicht verständlich rüberkommt. Deshalb nimmt die Verwendung von Videos auch im digitalen Marketing immer weiter zu.

 

Video-Marketing ist erfolgreich

Unternehmen, die Erklär- oder Produktvideos für Ihr Marketing einsetzen, berichten zu 88 % von einem positiven ROI (Return on Invest)*. Allein das schon kann ein Grund sein, Video-Marketing zu betreiben. Aber es gibt noch mehr:

  • 95 % der Unternehmen, die Videos einsetzen, sagen, diese haben zu einem besseren Verständnis ihrer Produkte geführt*
  • 43 % sagen, dass seit dem Einsatz von erklärenden Videos weniger Supportanfragen kamen*
  • 96 % der Internetnutzer haben ein Erklärvideo angeschaut, wenn sie mehr über ein Produkt oder ein Service wissen wollten**
  • 84 % der Nutzer sagen, ein Marken-Video habe sie vom Kauf eines Produktes oder einer Leistung überzeugt**
  • Nutzer teilen Videos doppelt so häufig wie jede andere Art von digitalen Inhalten**

* laut einer HubSpot-Studie aus 2020
** laut einer Wyzowl-Studie aus 2020

Videos werden online genutzt, um schnell Infos einzuholen, Neuigkeiten zu konsumieren oder auch einfach zum Entertainment. Im Idealfall schaffen auch kommerzielle Videos das alles zugleich. Blickt man auf die Statistiken, sieht man, dass ein gut gemachtes Werbevideo die Käufe beflügeln kann und man kann davon ausgehen, dass die bessere Produktdarstellung auch genauere Vorstellungen vom Angebot gibt und der Zuschauer dies besser in Erinnerung behält.

 

88 % der Unternehmen, die Video-Marketing einsetzen, berichten von einem positiven ROI

 

 

Besseres Suchmaschinen-Ranking durch Videos

SEO-Tests haben gezeigt, dass Videos auch hilfreich bei der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen sein und deren Ranking verbessern können. Dabei kommt es auch darauf an, wie groß das Video ist und wie es geladen wird – die einfachste Lösung ist meist die Einbettung eines YouTube-Videos, das erst bei einem Klick auf dieses geladen wird. Wichtig ist aber auch, dass das Video kontextuell gut eingebettet ist, das heißt, dass die gesprochenen Inhalte zum umgebenden Text passen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Google-Algorithmen inzwischen fähig sind, die Relevanz eines Videos durch eine Sprachanalyse zu bestimmen.

 

Mehrfach gut ranken zum selben Thema

Die Einbettung eines YouTube-Videos auf der eigenen Seite bietet zugleich einen weiteren Vorteil: YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine nach Google und Videos dieser Plattform werden auch in der Google-Suchmaschine selbst im Ranking stark bevorzugt – was niemandem unbekannt sein dürfte, der schon mal die Video-Suchfunktion dort eingesetzt hat.  Bei einigen Suchanfragen werden außerdem bereits in der normalen Suche einige Videos angezeigt. Schafft man es, mit der Website und dem Video dazu gleichzeitig gut zu ranken, ist man gleich doppelt zu derselben Suchanfrage vertreten.

Mit einzelnen Videos kann so potenziell eine extrem große Reichweite geschaffen werden

Seitdem es Featured Snippets gibt, kommt sogar noch etwas hinzu: beantwortet ein Video eine Suchanfrage (meist in Form einer Frage) besonders passend, wird dieses möglicherweise als Featured Snippet auf „Position 0“, also über allen anderen Suchergebnissen angezeigt. (Dies scheint allerdings bisher noch nicht oft der Fall zu sein, wir konnten dieses Phänomen leider nicht reproduzieren.)

 

Videos für die eigene Website nutzen

Auch ohne gleich auf ein Top-Ranking zu zielen, können Sie dank der YouTube-Einbettungsmöglichkeit recht einfach damit beginnen, beispielsweise einzelne Blogartikel durch passende Videos zu verbessern. Am besten ist es natürlich, wenn Sie dabei eigene, auf Ihrem YouTube-Kanal hochgeladene Videos verwenden. Idealerweise sollten die Video-Inhalte, das gesprochene Wort, zum jeweiligen Text passen, die Informationen sollten sich nicht widersprechen und sowohl schriftlich als auch audiovisuell einen Mehrwert bieten.

Manche Bereiche sind besonders prädestiniert für eigens erstellte Videos:

  • Unternehmenskommunikation: zeigen Sie der Welt, wer Sie sind und präsentieren Sie sich von Ihrer menschlichen Seite – richtig gemacht, kann das Sympathien einbringen und die Customer Loyalty stärken
  • Erklärungsbedürfte Produkte/Leistungen: selbst komplexere Sachverhalte lassen sich in einem Video meist leichter erklären und kommen verständlicher rüber – das beugt Missverständnissen vor und kann auch den Absatz steigern
  • Mitarbeitergewinnung: mit Recruiting-Videos können Sie potenzielle Bewerber davon überzeugen, dass Ihre Firma genau die richtige ist

Setzen Sie einfach das jeweilige Video auf der gewünschten Seite ein, versehen Sie es mit der passenden Überschrift und achten Sie vor allem darauf, dass sich die Inhalte nirgendwo widersprechen. Um mehr Relevanz zum Video zu schaffen, könnten Sie auch ein Transkript auf der jeweiligen Seite anbieten.

 

Der neuste Trend im Video-Marketing: Live Streaming

Noch ein Geheimtipp zuletzt: Live Streaming ist das neue Zauberwort, um auch unter Corona-Auflagen mit Kunden in engem Kontakt zu bleiben. Es reicht wahrscheinlich schon, wenn Sie ab und zu kurz Kundenfragen im Live Stream beantworten – eine Digitalisierung der Kundenberatung und des Kundensupports sozusagen. Um für genügend Reichweite zu sorgen, sollten Sie den Live Stream auf Ihren besucherstärksten Kanälen am besten mehrere Tage vorher mit einer gezielten Marketing-Kampagne ankündigen, je nachdem auch, wie häufig Sie den Stream zu machen planen.

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